Und was ist Ihre Story …?
Tipps für Ihren Weg zu gutem Content

Mit den Inhalten steht und fällt der Erfolg im Content Marketing. Sie sind dessen Kern, Tauschgut und letztendlich Ihr Fingerabdruck. Der Content muss von Nutzen für die Zielgruppe sein, ihn fesseln und unterhalten. Guter Content erzählt eine Geschichte, er motiviert zum Teilen, Folgen – und im Idealfall zum Kaufen.
Doch woher die „Story“ nehmen, wenn nicht stehlen?

Und was ist Ihre Story?© Foto: tubartstock/Shutterstock

Gute Geschichten sorgen für gutes Publikum.

Unique Content vs. Content-Tsunami

Das höchste zu erstrebende Gut sind Inhalte, die man nur bei Ihnen findet – der sogenannte „Unique Content“. Und noch eine Sahnehaube oben drauf gibt es, wenn ein solcher Inhalt dann auch noch reichweitentechnisch durch die Decke geht – „viral“ wird, weil ihn einfach jeder gesehen haben will.
Doch nur selten bestechen Online-Auftritte durch diese einzigartigen, inhaltlichen Volltreffer. Copy & Paste sowie leichtes Umschleifen vorhandener, von Dritten beschaffter Inhalte dominieren. Es drohen „Content-Tsunamis“ des ewig Gleichen mit dem Resultat, dass Sie und Ihr Content-Marketing-Engagement darin versinken oder gar nicht erst auftauchen.

So entdecken Sie Ihre Geschichten

Um bei der heutigen Flut an Inhalten und Informationen oben auf zu schwimmen, müssen Sie Ihrer Zielgruppe Content bieten, der relevant ist. Begeben Sie sich auf die Suche nach Themen und Geschichten – und zwar genau so, wie es ein Journalist tun würde, der über Ihr Unternehmen berichten möchte:
Entdecken Sie echte Neuigkeiten aus Ihrem Haus wie die Erweiterung Ihrer Produktpalette, die Verbesserung Ihres Online-Shops, den Gewinn eines neuen Partners oder das Sichern eines bedeutenden Zertifikats. Auch in der Zukunft angepeilte Ziele und Herausforderungen wie die vollständige Umstellung Ihres Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge, der Einsatz rein regionaler Zulieferer oder Termine wie offene Workshops Ihrer Firma, Konferenz- oder Messebesuche haben das Zeug zur Story.

Achten Sie darauf, immer wieder eine neue, für die Zielgruppe interessante Perspektive zu finden oder ein spannendes Detail in den Vordergrund zu stellen. Das darf auch gerne einmal aus dem humorvollen, nicht ganz ernst gemeinten Blickwinkel passieren. Wenn die Geschichten glaubwürdig, spannend, relevant, hilfreich oder aber auch unterhaltend sind, gelingt es, Aufmerksamkeit zu erreichen und eine positive, sympathische Verbindung zwischen Ihrem Unternehmen und (potenziellen) Kunden herzustellen.

Fünf weitere Möglichkeiten, Ihre Story zu finden:

1. Umhören im Betrieb
Fragen Sie Ihren Vertrieb, Ihre Kundenbetreuung, Ihre PR-Verantwortlichen. Sprechen Sie mit etablierten Abteilungsleitern genauso wie mit jungen Praktikanten. Statten Sie Ihrem Vorstand einen Besuch ab. Was sind die Fragen, die all diesen zu Ihrem Unternehmen ständig über den Weg laufen? Was wird von Kunden und Partnern nie verstanden und muss immer wieder per Service-Telefon oder E-Mail erklärt werden?
Notieren Sie sich die interessantesten Fragestellungen und holen Sie später bei den richtigen Ansprechpartnern die Antworten ein – und schon haben Sie relevanten, spannenden und hilfreichen Content.

2. Online-Recherche
Portale wie gutefrage.net helfen herauszufinden, welche Fragen zu Ihrem Betrieb oder Ihren Produkten diskutiert werden. Und auch, wie Ihre Konkurrenz in diesen Punkten abschneidet. Worüber wird sich beklagt? Wo brodelt es? Sie können sich Google Alerts einrichten, um über wichtige Ereignisse und Themen informiert zu werden. Oder Sie holen sich professionelle Unterstützung bei der Beobachtung und Auswertung von Web und sozialen Medien zu jeder Thematik, die Sie für wichtig erachten (Monitoring, Social Listening).

3. Umfragen
Starten Sie mit Ihren Freunden und Bekannten, um zu erfahren, was diese gerne einmal über Ihr Unternehmen wissen möchten. Etwas weiter in die Tiefe und vor allem Breite können Sie dann mit einer Online-Befragung gehen. Konfrontieren Sie Ihre Zielgruppe zum Beispiel mit Ihren Produkten: Gibt es Probleme, Wünsche oder Verbesserungsvorschläge?

4. Homepage-Analyse
Werten Sie regelmäßig die Nutzung Ihrer Webseite aus. Welche Seiten und Beiträge werden am häufigsten angeklickt? Wonach wird vorrangig gesucht (Suchfunktion)?

5. Konkurrenz-Check
Was treiben Ihre Wettbewerber im Netz? Was bieten Sie an? Machen Sie bereits Content Marketing? Gerade hier kann ein Blick auf Unternehmen auch außerhalb Ihrer Branche sehr inspirierend sein.ugen und Ohren auf! Schnell ergeben sich dann neue Ideen für Geschichten, mit denen sich Ihre Kunden und Interessenten identifizieren können. Machen Sie sich für sie stark: Seien Sie Versteher, Ratgeber, Problemlöser oder auch (sinnvoller) Unterhalter. Und geben Sie ihnen handfeste, exklusiv nur bei Ihnen erhältliche Informationen mit auf den Weg (Content-Formate siehe Punkt 5). Besonders im B2B-Bereich ist Nützliches hoch geschätzt. Gewähren Sie Einblicke in Ihr Wissen rund um Ihre Produkte und Dienstleistungen, mit denen der Kunde auch sein eigenes Unternehmen voranbringen kann. So bauen Sie neben Ihrem Ruf als Experte auch Sympathie auf. Und das Vertrauen, dass Ihre Kunden wie auch Partner bei Ihrem Unternehmen genau an der richtigen Adresse sind.

Riskieren Sie einen Blick hinter die Kulissen

Falls Sie nun befürchten, die Herausgabe von so viel Wissen und interner Expertise könnte Ihrem Geschäft schaden – seien Sie unbesorgt und vergegenwärtigen Sie sich den Fall, den Content-Marketing-Coach Miriam Löffler schildert:
„Bei der Recherche nach einem geeigneten Partner finden Sie zwei Anbieter. Beide bieten die gleiche Beratung, doch der eine präsentiert zusätzlich auf seiner Webseite kostenfreie Checklisten und brandaktuelle Studienergebnisse. Würden Sie dann nicht auch zum zweiten Anbieter gehen, weil Sie ihn für kompetent, hilfsbereit und modern halten?

Sie sollten mit Ihrem Unternehmen die Chance nutzen und mit Ihrem Publikum in Kontakt treten – bevor es die Konkurrenz tut! Gönnen Sie ihm einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Gerade die Leser Ihres Firmenblogs oder die Besucher Ihrer Social-Media-Auftritte freuen sich über eine (virtuelle) Tour durch Ihr Unternehmen, indem Sie mit Bildern und Videos interessante Geschichten erzählen:
Wie sieht es bei Ihnen aus? Was tun die Mitarbeiter und was gefällt ihnen an ihrem Job? Wie werden Azubis betreut? Was hat die Kreativabteilung oder der Geschäftsführer zu berichten? Apropos: Im Gegensatz zu großen Konzernen kennen in KMUs noch viele Kunden und Interessenten die Geschäftsführung persönlich, ein in der Kommunikation nach außen nicht zu unterschätzender Trumpf.
Indem Sie Ihrem Unternehmen Form und Gestalt, ja sogar das ein oder andere Gesicht geben, machen Sie Ihren Betrieb vor allem auch menschlich nahbar. Und das zählt im Content Marketing.

Machen Sie’s gut!

Was beim Umsetzen all dieser Ideen am Ende jedoch keinesfalls auf der Strecke bleiben darf, ist die Qualität der Inhalte. Mit einem fachlich überfordernden Blogbeitrag, einer nicht nochmal gegengelesenen Newsletter-Ausgabe oder belanglosen Tweets im Minutentakt ist schneller Unheil als Nutzen angerichtet. Die User erkennen veraltete, oberflächliche oder sogar unseriöse Inhalte – und kommen in der Regel nicht mehr wieder.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und viele noch bessere Ideen auf Ihrem Weg!

HINWEIS: Die zentralen fünf Praxistipps zur Ideenfindung im Storytelling gibt es auch als handliche Infografik!

 

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